Geschichte des Klosters Michelfeld mit Asamkirche
Ehemalige Benediktinerabtei
Seit 1803 Pfarrkirche
Patrozinium: St. Johannes Ev.
27. Dezember
Landkreis Amberg – Sulzbach
Erzdiözese Bamberg
Das ehemalige Benediktinerkloster Michelfeld ist eine der vielen Klostergründungen des großen Bamberger Bischofs Otto des Heiligen (Gründungsurkunde 6. Mai 1119). Die ersten Mönche kamen wahrscheinlich aus dem Kloster Michelsberg bei Bamberg. Die vom Hochstift Bamberg abhängige Abtei erhielt das Patronatsrecht über die umliegenden Pfarreien. Wahrscheinlich der Gründer selbst hat das Kloster eingeweiht.
Die Bauarbeiten für die Kirche erfolgten vor allem 1690 – 1695. Der vordere Konventbau und Kirchturm schloß sich 1695 – 1700 an. Durch die Säkularisation im Jahre 1803 wurde die Auflösung des Klosters Michelfeld verkündet. Kirche und Kloster und der gesamte Grundbesitz (ca. 300 ha.) wurden zum staatlichen Eigentum erklärt. In den Klostergebäuden waren in den Folgejahren Pfarrer, Lehrer, Förster, Schule, Rentamt untergebracht. Der größte Teil stand leer und war dem Verfall preisgegeben.
Der Pfarrer Johann Sebastian Neppenbacher (1881 – 1894 Pfarrer in Michelfeld und bis 1907 in Auerbach) brachte den Bischof von Bamberg und den Regens des Priesterseminars Dillingen dazu, die Klosteranlage zu erwerben. Im Jahre 1884 wurde darin die Taubstummenanstalt Michelfeld eröffnet.
Die Regens-Wagner-Stiftung Michelfeld ist heute eine moderne Einrichtung für geistig und mehrfachbehinderte Frauen und Männer mit 210 Plätzen. Der Arbeits- und Beschäftigungsbereich umfaßt textileWerkstätten, Förderstätten, Hauswirtschaft, Landwirtschaft. Die Heiminsassen werden derzeit von 18 Dillinger Franziskusschwestern und etwa 185 weltlichen Kräften betreut.
Besichtigt werden kann nur die Asamkirche, nicht aber das Pflegeheim. Führungen in der Asamkirche sind nach Absprache jederzeit möglich.
Kath. Pfarramt Michelfeld
Hauptstr. 2
Tel.: 09643/1349 oder 2869
Asamkirche Michelfeld:
Erbauung: 1695 – 1721 durch Dientzenhofer
Neugestaltung: 1717 – 1721
Baustil: Barock, Rokoko, Klassizismus
Austattung:
Altar von den Gebrüdern Asam, Büste des Hl. Benedikt, Hl. Heinrich u. Kunigunde, Hl. Dionysius, Hl. Ägid, Hl. Joachim, Hl. Anna, Hl. Georg, Hl. Pantaleon, St. Christopherus, Achatius, Blasius, Gnadenbild mit Christus in der Wies, prunkvolle Orgel mit Rokokogehäuse. Stuck: St Otto, Wolfgang und die 14 Nothelfer von Gebr. Asam.
Innerhalb der Oberpfalz nimmt die ehemalige Benediktinerabtei mit jetziger Pfarrkirche in Michelfeld eine Stellung mit Rang ein.